Plastikfrei Blog
Plastikfrei Blog | Körperpflege | Hautpflege | Sonnencreme ohne Plastik

Sonnencreme ohne Plastik

Sonnencreme plastikfrei

Die ersten Sonnenstrahlen wagen sich hervor und schon hast du einen Sonnenbrand? Es ist nie zu früh, sich Gedanken um Sonnenschutz zu machen. Sonnencreme ohne Plastik zu verwenden hat einen angenehmen Nebeneffekt: Beautymarken, die auf die Verpackung achten, nutzen auch umweltfreundliche Inhaltsstoffe. Man tut also nicht nur etwas gegen Plastikmüll, sondern auch seiner Haut etwas Gutes. Leider hat das seinen Preis.

Wenig überraschend ist die Auswahl plastikfreier Sonnencreme deutlich geringer als bei herkömmlichen Produkten. Wer Sonnenspray vorzieht, muss sich leider mit Sonnencreme zufrieden geben. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es bald auch plastikfreies Sonnenspray geben wird.

Sonnencreme in der Papprolle

Die niederländische Marke We love the Planet kennen viele von ihren plastikfreien Deocremes und Deosticks. Dieselbe Papp-Verpackung findet sich nun auch bei der neuen Sonnencreme, die es in LSF 20 und 30 gibt.

Die Sonnencreme ohne Plastik ist wasserabweisend, natürlich und gewässerfreundlich. Die Inhaltsstoffe sind vegan.

Neu: Auch hello simple haben eine plastikfreie, gewässerfreundliche Sonnencreme entwickelt. Sie hinterlässt keinen lästigen Film und ist dermatologisch getestet mit dem Urteil “sehr gut”. Mit LSF 15 ist der Stick leider nicht für jeden geeignet.

Sonnencreme im Glas

Sonnencreme, mit Lichtschutzfaktor 30 und im Glas verpackt, findest du bei Junglück. Sie zieht leicht ein und enthält Aloe Vera.

Die Sonnenschutzwirkung basiert auf mineralischen Filtern, ist also nicht chemischer Natur.

Aus diesem Grund ist die plastikfreie Sonnencreme auch besonders mild und verträglich und gut für empfindliche Haut geeignet.

Sonnencreme aus der Metalldose

Sonnencreme ohne Chemie? Kein Thema für die verlinkten Hersteller. Auch die anderen Marken haben sich bewusst für das Minimum an Inhaltsstoffen entschieden. Den Sonnenschutz bildet Zinkoxid.

Aufgrund der überschaubaren Zutatenliste sind diese alternativen Sonnencremes auch für Menschen mit Hautallergien oder sensibler Haut geeignet. Auch für Babys und Kinder kann man die plastikfreien Sonnencremes bedenkenlos nutzen.

Suntribe – mineralischer Sonnenschutz

Der Sonnenschutz der schwedischen Marke Suntribe basiert auf der Wirkung von Zinkoxid und verfügt über Lichtschutzfaktor 30.

Die mineralische Sonnencreme ist nicht nur haut- sondern auch gewässerfreundlich und eignet sich durch ihre gute Haltbarkeit besonders für Sportler. Das ist kein Zufall, denn sie wurde von Surfern entwickelt.

Der Nachteil: Ein weißer Film ist deutlich zu sehen.

Fuka Eri – mit LSF 50+

Auch die in Galizien hergestellte Marke Fuka Eri richtet sich eigentlich an Outdoor-Sportler.

Die kompakte Konsistenz ist sicher nicht jedermanns Sache. Dafür bietet der natürliche Sonnenblocker einen hohen Lichtschutzfaktor und verzichtet gleichzeitig auf Plastik.

Auch hier muss man mit einem Film rechnen, durch die bräunliche Farbe sieht man immerhin schon einmal vorgebräunt aus.

Shade – natürlicher Sonnenschutz

Die Sonnencreme von Shade trumpft mit nur vier Zutaten auf. Dafür muss man einen eher niedrigen Lichtschutzfaktor von 25 in Kauf nehmen. Positiv sticht die Sonnencreme jedoch beim Thema Hautpflege hervor.

Dank Kokosöl, unraffinierter Sheabutter und Bienenwachs ist der Sonnenschutz besonders beruhigend und feuchtigkeitsspendend. Wenn man die Creme gut einmassiert, hinterlässt sie keinen weißen Film.

Plastikfreie Sonnencreme: Teuer, aber besser für alle

Sonnencreme muss nicht aus der Tube kommen. Naturkosmetik-Marken bieten schon seit Jahren Sonnenschutz aus der Dose an. Sie achten bei ihrer Bio-Sonnencreme viel stärker auf die Inhaltsstoffe als die großen Anbieter. Sonnencreme ist schließlich nicht ganz unbedeklich.

Gerade bei hohem Lichtschutzfaktor ab 50 kommen Chemikalien unerhältnismäßig zum Einsatz. Auch die Umwelt leidet unter den verwendeten Stoffen. Durch Baden, Schnorcheln oder Surfen tragen wir sie ins Meer. Daher sollte eine Sonnencreme nicht nur hautfreundlich, sondern auch gewässerfreundlich sein.

Geringer LSF bei plastikfreier Sonnencreme?

Eines fällt bei den nachhaltigen Sonnencremes auf – der Lichtschutzfaktor ist vergleichsweise niedrig. Warum ist das so? Nun, man kann diese Frage auch umdrehen – warum ist der LSF auf herkömmlichen Sonnencremes so hoch?

Was viele Menschen nicht wissen: Ganzheitlich betrachtet ist ein hoher Lichtschutzfaktoren nicht unbedingt sinnvoll, da er durch einen hohen Anteil (haut-)schädlicher Chemikalien erst möglich wird.

Die Marke Suntribe erklärt das Problem folgendermaßen:

Die Sonnencreme gibt es tatsächlich nur in LSF 30 und das hat den Grund, das LSF 30 absolut ausreichend ist. LSF 30 schützt vor 97% der UVB Strahlen, während LSF 50 vor 98% der UVB Strahlen schützt.

Um dieses zusätzliche eine Prozent zu erreichen, ist es nötig, neben Zinkoxid weitere UV-Filter hinzuzufügen, wie beispielsweise Titanium Dioxide (das zu Lungenschäden führen kann wenn eingeatmet) oder gar chemische UV-Filter.

Daher haben wir uns bewusst entschieden, für unsere Sonnencremes ausschließlich Zinkoxid zu verwenden und damit “nur” LSF 30 anzubieten.

Das Ergebnis ist ein plastikfreies Produkt, das Mensch und Natur schützt und dabei auch mal die Erwartungen der Konsumenten hinterfragt. Das nenne ich konsequent. Hier wird also wirklich jedes Detail zu Ende gedacht, statt einfach nur mit einem möglichst hohen Lichtschutzfaktor auf der Verpackung glänzen zu wollen.

Kommentare

  • Meine Frage ist, ob man die Metalldose dann mit einer verpackungsfreien Sonnencreme auffüllen kann? Oder muss ich statt der Plastikverpackung eine Verpackung in Kauf nehmen, die schwerer recyclebar (wenn pfandfrei) ist und ebenso aus nicht-nachwachsenden Rohstoffen besteht?

    • Hallo Veronika,

      danke für deinen Kommentar. Dieses Problem besteht nicht nur bei Sonnencreme, sondern überall beim Thema “plastikfrei”. Weniger Plastik bedeutet nicht immer gleich “gut”, insbesondere wenn man den gesamten Verwertungskreislauf betrachtet. Das bekannteste Beispiel ist wohl die Papiertüte. Ihre Ökobilanz ist schlechter als die der Plastiktüte. Deswegen finde ich es gut, dass du hier kritisch hinterfragst.

      Im Fall von Metalldosen kann man jedoch Entwarnung geben. Metall lässt sich sehr gut recyceln. Auch sind beispielsweise Weißblechdosen (im Gegensatz zu Glas) sehr leicht und können damit gut transportiert werden. Weitere Informationen zum Recycling von Metallverpackungen findest du hier: https://www.verpacken-info.de/besser-als-ihr-ruf

      Um deine erste Frage zu beantworten: Eine Marke, die plastikfreie Sonnencreme mit Nachfüllpackung anbietet, ist mir leider nicht bekannt.

      Viele Grüße, Cornelia

PlantBase