Zahnbürste plastikfrei

Zahnbürsten ohne Plastik

Zahnpflege

Für die tägliche Zahnpflege nutzen die meisten Menschen Plastikzahnbürsten. Etwa alle zwei Monate muss eine Neue her. Dieses Bisschen Plastik lässt sich immer leichter einsparen. Zahnbürsten ohne Plastik gibt es inzwischen in jeder Drogerie. Die Bambuszahnbürste ist quasi zum Symbol des Plastikfrei-Trends avanciert. Doch ist sie auch wirklich nachhaltig? Und welche der vielen Modelle sind tatsächlich empfehlenswert?

Öko-Zahnbürsten sind selten plastikfrei

Plastikfreie Zahnbürsten sind total angesagt. Leider wird dabei jede Menge Greenwashing betrieben.

Erstens sind die meisten Zahnbürsten nicht plastikfrei. Da können sie noch so liebevoll im Karton verpackt sein. Am Ende des Tages bestehen die meisten Borsten aus Nylon. Daher müssen die Köpfe der Zahnbürsten wie gewohnt im Hausmüll entsorgt werden. Nur die Griffe sind biologisch abbaubar.

Zweitens hat sich eine regelrechte Zahnbürsten-Industrie gebildet. Insbesondere Bambuszahnbürsten werden massenweise aus China importiert und durch Aufdrucke und Verpackungen individualisiert. Im Grunde handelt es sich aber um identische Produkte, die alles andere als „bio“ sind.

Die wenigen Ausnahmen, bei denen wirklich innovative, plastikfreie Zahnbürsten geboten werden, stelle ich hier im Artikel vor. Meine Kriterien findest du in dieser Tabelle zusammengefasst:

MarkeMaterialHerkunftBiologisch abbaubar
Berlin BioBrushBioplastik, NylonDeutschlandNur der Griff
ChinchillaBioplastik, Nylon(angefragt)Nur der Griff
HydrophilBambus, NylonChinaNur der Griff
Humble BrushBambus, NylonChinaNur der Griff
Alverde HolzzahnbürsteHolz, BioplastikSchweizNur der Griff
Redecker HolzzahnbürsteHolz, SchweineborstenDeutschlandJa

Berlin Bio Brush – Zahnbürsten aus Bioplastik

Preis: EUR 6,36
statt: EUR 6,65
Alles wie gewohnt und doch neu – Zahnbürsten aus Biokunststoff können ein guter Kompromiss sein. Die Berlin BioBrush bietet ein überzeugendes Modell an. Die Zahnbürsten sind schön klein, im Gegensatz zu den eher klobigen Alternativen aus Holz und Bambus. Noch dazu werden sie in Deutschland gefertigt. Der Biokunststoff basiert auf Holzabfällen und Lignin und ist damit biologisch abbaubar. Die Verpackung ist sogar gartenkompostierbar.

Nur die Borsten sind leider nicht biologisch abbaubar. Immerhin basiert das hierfür verwendete Plastik nicht auf Erdöl, sondern auf Rhizinusöl. Da auch Bambusbürsten ihre Schwächen beim Thema Nachhaltigkeit haben, sind diese Bemühungen um eine Bio-Zahnbürste aus Plastik nicht zu verachten. Für den Benutzer bedeutet das gewohnt unkomplizierte Material außerdem keine Einbußen an Lebensqualität: Keine raue, nach Holz schmeckende Bürste im Mund. Wunderbar!

Chinchilla – Zahnbürsten aus Weizenstroh

Die Chinchilla-Zahnbürste wird aus einem Verbundstoff aus kompostierbarem Plastik und Stroh hergestellt. Diesen Biokunststoff kennst du vielleicht schon von plastikfreien Lunchboxen. Auch diese Zahnbürste ist daher biologisch abbaubar. Nur der Aktivkohle-Bürstenkopf muss im Hausmüll entsorgt werden. Ähnlich wie die Berlin Brush punkten auch die Zahnbürsten von Chinchilla mit einem kürzerem Transportweg. Das Material ist robust und verträgt auch Nässe gut, im Gegensatz zu Holz und Bambus. Abgesehen von der zahnaufhellenden Funktion ist die Form interessant. Weizenstroh ist ein Material, das nicht jeder hat – definitiv ein Hingucker im Badezimmer.

Zahnbürsten aus Bambus

Es gibt inzwischen unzählige Bambuszahnbürsten. Zwischen den Marken gibt es kaum Unterschiede. Generell kann man sagen, dass sie alle aus China stammen und nur bedingt nachhaltig sind. Ja, Bambus wächst schneller als Holz. Die Ökobilanz ist angesichts des Transportweges dennoch fragwürdig. Aber wir möchten ja Plastik sparen. Also weiter im Text.

Die Borsten bestehen bei fast allen Marken aus Nylon, also Plastik. Nur Hydrophil tut sich hier etwas hervor. Dort basiert das Plastik nicht auf Mineralöl, sondern auf Rhizinusöl. Wenn es nicht anders angegeben ist, muss der Kopf im Hausmüll entsorgt werden, der Rest darf in die Biotonne. Ansonsten sollte das Badezimmer gut durchlüftet sein und die Bambuszahnbürste nicht in der Nässe liegen. Sonst besteht Gefahr, dass sie schimmelt.

Generell sollte man damit rechnen, dass Bambuszahnbürsten eher weich ausfallen. Deswegen sollte man beim Härtegrad ganz genau hinschauen. Nicht jeder mag den Geschmack von Bambus im Mund. Meistens sind die Bambuszahnbürsten relativ groß. Eine gewisse Umstellungsphase ist daher normal.

Zahnbürsten aus Holz

Holzzahnbürsten wie diese von Redecker sind tatsächlich 100% plastikfrei. Die Bürste besteht aus Buchenholz. Das ist nachhaltiger als Bambuszahnbürsten, denn der Transportweg ist wesentlich kürzer. Schließlich ist die Buche eine lokale Baumart. Die Naturborsten sind nicht vegan. Es handelt sich hier um Schweineborsten. Diese sind ein ohnehin vorhandenes Abfallprodukt. Nicht schön, aber biologisch abbaubar. Da sich Holz prinzipiell nicht gut mit Nässe verträgt, sollte die Holzzahnbürste stets gut durchtrocknen können.

Auch von Alverde (DM) gibt es eine Holzzahnbürste. Diese ist vegan, verfügt aber nicht über Naturborsten. Das Holz stammt aus der Schweiz und ist FSC-zertifiziert.

Fazit

Letztendlich entscheidet auch die eigene Zahngesundheit, was gekauft wird. Wer unsicher ist, kann sich von seinem Zahnarzt beraten lassen. Das eigene Wohlbefinden sollte im Vordergrund stehen. Beim Trendprodukt Zahnbürste ohne Plastik ist ohnehin nicht alles Gold was glänzt. Wer keine gesundheitlichen Einschränkungen hat, kann mit einer nachhaltigen Zahnbürste ohne großen Aufwand regelmäßig Plastikmüll sparen.

Teile diesen Artikel
Marken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.