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Spülmaschinentabs ohne Plastik

Spülmaschinentabs ohne Plastik
HYDROPHIL: Gemeinsam

Bei der Verpackung der einzelnen Spülmaschinentabs fällt täglich eine winzige Menge Plastik an. Zu vernachlässigen? Auf alle Haushalte gerechnet kommt doch einiges zusammen. Jedoch bietet nur eine Marke Spülmaschinentabs ohne Plastik an. D

Die meisten nachhaltigen Anbieter setzen stattdessen auf wasserlösliche Folie. Und das ist gar nicht schlimm – die Gründe dafür erfährst du hier.

Du besitzt nur eine kleine Spülmaschine? Vielleicht ist ja im Karton verpacktes Spülmaschinenpulver eine Alternative für dich.

Spülmaschinentabs ohne Plastik & ohne Folie

Tschüss, Plastik! Unter diesem Motto ist das Münchner Startup Everdrop gerade dabei, Haushaltsprodukte zu revolutionieren. Nachdem sie sich Putzmittel und Waschmittel vorgenommen haben, sind nun Geschirrspültabs dran.

Die Everdrop-Tabs sind unverpackt – das heißt, sie werden lose in einer Papier-Verpackung versendet. Sie sind außerdem vegan, und frei von Phosphaten oder Chlor.

Geschirrspültabs mit wasserlöslicher Folie

Die meisten umweltfreundlichen Marken nutzen eine wasserlösliche Folie, um die Spülmaschinentabs vor Feuchtigkeit zu schützen.

Claro Geschirrspültabs

Die österreichische Marke Claro setzt auf wasserlösliche Folie. Die Tabs sind phosphatfrei. Das wird von Herstellern gerne erwähnt, ist jedoch kein Alleinstellungsmerkmal mehr. 2018 wurden die zulässigen EU-Grenzwerte für Phosphate stark gesenkt. Phosphatfreies Spülmittel ist nun also die Regel.

Stiftung Warentest kürte die Öko Classic Tabs von Claro im Herbst 2019 zum Testsieger.

Frosch Geschirrspültabs

Frosch zählt zu den bekanntesten nachhaltigen Marken in Deutschland. Die Tabs sind in einem Karton verpackt, der zu 95% aus Altpapier besteht. Als Einzelverpackung kommt wasserlösliche Folie zum Einsatz.

Ein Vorteil der Frosch-Tabs ist, dass sie einzeln verwendet werden können. Sie sorgen also auch ohne Klarspüler und weitere Kombiprodukte für Sauberkeit.

fit Grüne Kraft

Im Osten der Republik steht fit synonym für Spülmittel. Die Marke aus Sachsen tut sich auch bei den Geschirrspültabs hervor, denn diese erfüllen viele Nachhaltigkeitskriterien. Sie bestehen aus aus nachwachsenden und biologisch leicht abbaubaren Rohstoffen und verzichten auf synthetische Konservierungsmittel. Die Folie ist wasserlöslich und biologisch abbaubar.

Die Tabs von fit tragen das EU-Ecolabel, welches umweltfreundliche Produkte kennzeichnet, die zur Verringerung der Umweltverschmutzung beitragen.

Geschirrspültabs mit recycelbarer Folie

Ausgerechnet die Traditions-Ökomarke Ecover bietet in Plastik verpackte Geschirrspültabs an. Wie kommt das? Ecover sagt: Lösliche Folie löst sich nicht komplett auf, sondern zerfällt in einzelne Moleküle, die im Wasser erhalten bleiben können.

Um das zu verhindern, hat man sich stattdessen für eine Verpackung aus PVA, also Kunststoff entschieden. Dieser ist ungiftig und besonders leicht recycelbar.

Hinweis: Ob Ecover hier wirklich Recht hat und sich die Folien tatsächlich nicht rückstandlos auflösen, kann ich nicht sagen. Hier steht Aussage gegen Aussage!


Geschirrspülpulver statt Tabs

Wer eine kleine Spülmaschine besitzt, kennt das Problem – ein Tab ist eigentlich zu viel für einen Waschgang. Die Lösung kann Spülmaschinenpulver sein.

Spülmaschinenpulver im Karton

Nicht jeder bevorzugt Tabs. Eine Alternative kann Spülmaschinenpulver sein, zum Beispiel von Claro, Klar und Almawin. Der Vorteil: Es kann genau dosiert werden. Man fügt nur so viel Pulver hinzu wie nötig.

Geschirrspülpulver aus der Großpackung

Maschinenspülmittel ist auch in Großpackungen zu haben, zum Beispiel von Sonett. Das Maschinenspülpulver von Sonett ist duftfrei und 100% biologisch abbaubar.

Das Geschirrpulver von Ecover kommt zwar im Eimer, mit einem Vorrat von 10kg Pulver lässt sich jedoch so einiges an Verpackungen sparen. Sodasan setzt hingegen auf Papiersäcke für Großgebinde.

Spülmaschinenpulver selbst herstellen

Alternativ kann man sich das Pulver auch plastikfrei anmischen. Das Baukastensystem von Sauberkasten hilft dir dabei. Damit kannst du auch Handspülmittel und weitere Reinigungsmittel verpackungsfrei herstellen.


Löst sich wasserlösliche Folie nicht komplett auf?

Muss man sich jetzt Sorgen machen, wenn man in wasserlöslicher Folie verpackte Tabs verwendet? Meiner Meinung nach nein:

  • Es ist zwar schön, wenn Firmen Prinzipien haben. Dennoch schießen einige ökologische Unternehmen mit ihren Warnungen über das Ziel hinaus.
  • Wasserlösliche Folie ist keine neue Erfindung. Es gibt sie in verschiedenen Verseifungsarten, die für eine unterschiedliche Löslichkeit sorgen.
  • Jedes Unternehmen forscht häufig für sich. Es ist also durchaus möglich, dass die Konkurrenz bereits eine optimale Zusammensetzung für Tabs gefunden hat.

So auch hier. Die bei Frosch verwendete Folie ist vollständig wasserlöslich. Sie besteht aus PVOH (Polyvinylalcohol) und enthält keinerlei Mikropartikel oder Mikroplastik. Dieses Material wird durch Bakterien und Enzyme zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Die Folie ist somit biologisch abbaubar.


Warum sind Spülmaschinentabs meistens in Plastik verpackt?

Schaut man sich das Angebot an, merkt man: Tabs ohne Folie gibt es im Grunde nicht. Der Grund dafür ist, dass die Bestandteile der Tabs mit Wärme und Feuchtigkeit reagieren könnten. Sie verlieren ihre Form und Funktion. Daher werden sie stets verpackt.

Das heißt nicht, dass es keine Spülmaschinentabs ohne Plastik gibt. Folie ist nicht gleich Folie, auch wenn Kunststoff-Folien und wasserlösliche Varianten optisch kaum zu unterscheiden sind. Da hilft nur, sich genau zu informieren.

Eine perfekte Lösung wäre biologisch abbaubares Bioplastik, doch auch das könnte mit Wärme reagieren und ist derzeit noch nicht zuverlässig genug oder zu teuer.

Kommentare

  • Habe erstmals versucht, Spülmaschinentabs nach einer Rezeptur selbst herzustellen. Zutaten 150 g Soda,,125 g Essigsäure, 50 Salz. 3-4 EL Wasser sollten zugegeben werden. Effekt war kurzzeitiges Aufschäumen und verklumpen. Erst mit ca. 10 EL konnte ich eine verteilbare Paste herstellen Was war der Fehler?
    Mit herzlichen Grüßen

    Bernhard Schmitt

    • Hallo Herr Schmitt,

      danke für die freundliche Frage. Leider bin ich selbst nicht besonders gut darin, solche Produkte anzumischen und daher nicht der perfekte Ansprechpartner. Auf dem Plastikfrei-Blog habe ich mich darauf fokussiert, welche Unternehmen fertige, plastikfreie Produkte anbieten, um unser Einkaufsverhalten nachhaltig zu verändern.

      Ich kann Ihnen Smarticular.de empfehlen. Dort finden Sie viele Rezepte zu allen möglichen Themen. Auf Facebook gibt es außerdem eine sehr hilfsbereite Gruppe namens “Plastikfrei leben Tipps & Tricks”. Dort kann Ihnen bestimmt weiter geholfen werden, falls Sie auf Facebook sind.

      Viel Erfolg weiterhin und viele Grüße,
      Cornelia

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