Müllbeutel plastikfrei

Müllbeutel ohne Plastik

Reinigung & Ordnung

Beim Plastik Vermeiden stellt uns ausgerechnet ein Alltagsprodukt vor Rätsel – die Mülltüte. Müllbeutel ohne Plastik bestehen häufig aus Papier oder kompostierbarem Bioplastik und sollten demnach besser sein. Oder? Warum warnen Medien dann vor kompostierbaren Müllbeuteln? Warum sind sie mancherorts sogar verboten? Tatsächlich kursiert hier viel gefährliches Halbwissen. Ich versuche etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Müllbeutel aus Bioplastik

Eines vorweg: Es geht an dieser Stelle um Müllbeutel für den Restmüll. Die Mülltüten werden zwar häufig für den Biomüll vermarktet, sind aber in vielen Kommunen und Gemeinden bereits für diesen Anwendungszweck verboten. Warum das so ist, steht weiter unten im Artikel. Für den Restmüll sind sie jedoch die bessere Alternative, denn sie lösen sich nach der Nutzung auf, statt der Erde ewig erhalten zu bleiben.

Grundsätzlich ist Bioplastik hitzeempfindlicher als normales Plastik. Die Müllbeutel sollten also nicht bei über 20°C gelagert werden. Sonst können sie spröde werden und reißen. Auch sollten die Beutel nicht zu lange im Eimer eingesetzt werden, sonst lösen sie sich bereits dort auf. Ökologische Müllbeutel „Made in Germany“ gibt es von Biomat. Sie bieten Müllbeutel in allen Größen und Formen an, die gemäß EN 13432 kompostierbar sind.

Gartenkompostierbare Müllbeutel für den Biomüll

Vielleicht sind die grünen Müllbeutel aus Maisstärke ja in deiner Gemeinde auch für die Biotonne erlaubt. Am besten macht man sich dazu in der lokalen Abfallordnung schlau. Oder du besitzt einen eigenen Garten mit Komposthaufen. Unter diesem Umständen steht es dir natürlich frei, Müllbeutel für deinen Biomüll zu verwenden. So entstehen im Sommer weniger Gerüche und der Transport ist bequemer.

Wichtig ist nur, dass sich die Müllbeutel auch auf dem heimischen Kompost zersetzen können. „Gartenkompostierbar“ lautet das entscheidende Stichwort. Denn teilweise sind kompostierbare Müllbeutel nur für industrielle Kompostieranlagen ausgelegt. Bei The Sustainable People aus Hamburg ist das nicht der Fall. Ihre Beutel zerfallen auch im Garten unter normalen Bedingungen. Die nachhaltige Marke, die auch ökologische Hundekotbeutel herstellt, legt außerdem Wert auf eine plastikfreie Verpackung.

Müllbeutel ohne Plastik: Mülltüten aus Papier

Mülltüten aus Papier sind plastikfrei und werden am Ende nie im Ozean schwimmen, das steht fest. Ganz fehlerlos sind sie trotzdem nicht. Inzwischen sollte bekannt sein, dass Papiertüten insgesamt nicht nachhaltiger sind als Plastiktüten. Das gilt für Einkaufstaschen und ganz besonders für Mülltüten.

Schließlich müssen Mülltüten einiges aushalten: Sie dürfen nicht durchweichen und müssen relativ viel Gewicht aushalten. Nur neu gewonnene Papierfasern sind stabil und lang genug für diese Anforderungen. Für Mülltüten aus Papier werden also mit großer Wahrscheinlichkeit neue Bäume gefällt.


Mülltüten aus Papier sind im Biomüll erlaubt, ihre Herstellung ist jedoch nicht wirklich umweltfreundlich. Eine Zwischenlösung kann gefaltetes Zeitungspapier sein. Online findet man zahlreiche Anleitungen dafür.

Plastiktüten als Müllbeutel wiederverwenden

Eine gute Lösung ist es, die im Haushalt vorhandenen Plastiktüten als Mülltüten umzufunktionieren. Man kennt es ja. Wie schnell wird einem beim Einkaufen eine Tüte untergejubelt und dieser Beutel wandert dann in die Schublade zu den anderen. Diesen Bestand kann man erst einmal aufbrauchen.

Auch sonst fällt wiederverwendbares Plastik in wahrscheinlich jedem Haushalt an. Beispielsweise beim Toilettenpapier gibt es Potential, gleich zwei große Beutel quasi kostenlos zu erhalten. Man muss die Toilettenpapier-Hülle nur in der Mitte durchschneiden.

Mülltrennen ohne Müllbeutel

Unter gewissen Bedingungen braucht man eigentlich gar keine Mülltüten. Wer Verpackungen für den gelben Sack kurz ausspült, muss keine Gerüche befürchten. Landen keine schmierigen Substanzen im Sammeleimer, kann man die Tüte einfach weglassen. Man kann sich außerdem angewöhnen, den Eimer nach dem Ausleeren kurz in der Badewanne auszuspülen. Häufig stammen Gerüche vom Mülleimer statt der Tüte.

Ähnlich sieht es beim Restmüll aus. Abgesehen von Küchenabfällen ist Restmüll in der Regel trocken. Eine Lage Zeitungspapier auf dem Boden des Eimers saugt Feuchtigkeit auf. Wer den Sammeleimer regelmäßig ausspült, hat kaum Gerüche zu befürchten. Für Kartoffelschalen und Co. sollte dann aber ein getrennter Komposteimer zur Verfügung stehen. Diese gibt es selbstverständlich plastikfrei.

Warum sind kompostierbare Bio-Müllbeutel im Biomüll verboten?

In zahlreichen Gemeinden sind kompostierbare Müllbeutel nicht in Biotonnen erlaubt. Denn: Kompostierbar beutet laut DIN-Norm nur, dass sich die Beutel innerhalb von sechs Monaten auflösen können. In Kompostieranlagen sollen sie bereits nach 90 Tagen verschwunden sein. In der Praxis kompostiert der Biomüll dort bei weitem nicht so lange. Realistisch sind eher drei bis sechs Wochen. In dieser Zeit hat das Bioplastik keine Chance, sich aufzulösen.

Nur aus sauber getrennten und fremdstoffarmen Bioabfällen lassen sich hochwertige Komposte und Gärreste herstellen – Biotüten werden also mühsam aussortiert und landen am Ende doch wieder beim Restmüll. Aus diesen Gründen nehmen Abfallwirtschaftsbetriebe die Biotonnen mit (Bio-)Plastiktüten gar nicht erst mit.

Fazit

Wer Plastik sparen und die Umwelt schonen will, kauft keine Müllbeutel aus Bioplastik oder Papier. Die beste Lösung ist es, den Mülleimer direkt in die Tonne auszuleeren. Alternativ kannst du auch Müllbeutel aus Zeitungspapier falten, alte Brötchentüten oder noch vorhandene Plastiktüten verwenden.

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